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Die Geschichte des Wahrsagens

Themen-Beitrag zu Wahrsagen
Die Geschichte des Wahrsagens

Die Geschichte des Wahrsagens

Seitdem es die Menschheit gibt, gibt es auch die Wahrsagerei. Gut, vielleicht nicht seit dem allerersten Menschen, doch mit Sicherheit, seitdem sich die Menschheit in Gesellschaften formte. Das war schon vor Tausenden Jahren der Fall und seit dieser Zeit begleitete die Mantik den Menschen. In schwierigen persönlichen Zeiten, bei politischen Entscheidungen und bei spirituellen Themen wurden die Wahrsager zurate gezogen. Dabei war es egal, ob es sich um einfache Bürger, arme Bettler oder Kaiser und Könige handelte - jeder profitierte vom Ratschlag und den Vorhersagungen der Wahrsager.

Auch heute ist das Wahrsagen wieder in aller Munde. Zwar hatte die Mantik ab und an einen schwächelnden Abwärtstrend im Laufe der Geschichte, dennoch hat sie sich bis heute gehalten und ist nun wieder angesagter und beliebter denn je. Tatsächlich kann das Wahrsagen auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Sie ist so lang, dass viele Fakten und Überlieferungen es nicht mehr in die heutige Moderne geschafft haben und wir lediglich die Geschichte seit Erfindung der Schrift betrachten können.

Der Beginn der Überlieferung

Wie bereits erwähnt, gab es die Wahrsagerei vermutlich schon lange vor den schriftlichen Aufzeichnungen. Da wir jedoch nur über die schriftlichen Belege Bescheid wissen, beginnen wir die Reise der Mantik um etwa 3000 v. Chr. Zu dieser Zeit befand sich die Menschheit in der Frühzeit und schon damals befassten sich die Menschen mit der Wahrsagerei. Damals arbeiten Wahrsager im Nahen Osten mit Praktiken wie der sogenannten Lekonomantie, Teratomantie und der Oniromantie.

Ein Jahrtausend später fanden sich im damaligen Palästina zahlreiche Wahrsager wieder. Unter den Kelten und den Germanen nannte man die Wahrsager Druiden. Diese praktizierten beispielsweise Methoden wie das Wahrsagen aus Tierstimmen oder aus dem Vogelflug. Auch im alten Babylonien wurden bereits Wahrsagungen mit früheren Versionen der Astrologie gemacht, welche unter dem Begriff Proto-Astrologie bekannt ist.

Die Antike

Nun führt uns die Geschichte zurück in die griechische und die römische Antike, in welcher die Wahrsagerei natürlich auch ihren festen Platz fand. Im alten Griechenland wurde das Wahrsagen den Menschen zugeschrieben, welche von Gott gesandt wurden. Hier gab es zahlreiche Praktiken, von denen auch heute noch viele verwendet werden. Dazu zählen zum Beispiel die Traumdeutung oder das Lesen von Orakeln. Das wohl bekannteste Orakel war das Orakel von Delphi, welches über 1000 Jahre bestand und bei zahlreichen politischen Entscheidungen einen massgeblichen Einfluss hatte. Einer der grössten Fürsprecher der Wahrsagerei war übrigens der bekannte Philosoph Platon.

Im alten Rom ging es beim Wahrsagen besonders darum, sich durch einen Blick in die unmittelbare Zukunft einen Vorteil im Gefallen der Götter zu sichern. Eine typische Praktik im alten Rom war die sogenannte Eingeweideschau. In der Zeit des antiken Roms gab es jedoch auch eine Menge Zwiespalt mit den Wahrsagern, welche jedoch auch nicht für ein Verschwinden der Praktiken sorgen konnte.

Das Mittelalter

Einen Hochpunkt hatte die Wahrsagerei auch im Mittelalter, was vor allem mit der Verbreitung des Christentums zusammenhing. Hier wurde häufig das Ende der Welt gepredigt, was die Menschen neugierig auf die zukünftigen, kommenden Ereignisse machte. Teilweise wurde die Wahrsagerei im Mittelalter sogar verboten, da die Nachfrage so stark war. Viele Menschen führten keine Tat aus, ohne zuvor einen Wahrsager aufgesucht zu haben. Zum Ende des Mittelalters waren besonders Methoden wie das Pendeln, das Handlesen und der Vogelflug beliebte und häufig verwendete Praktiken der Mantik.

Die Neuzeit und die Moderne

Obwohl in der Neuzeit und der Renaissance im 17. Jahrhundert die Wissenschaft an Aufschwung gewann und viele Menschen an der Wahrsagerei zweifelten, hielt sie sich trotzdem sehr aktiv in der Mitte der Gesellschaft. Das lag besonders daran, dass dem Volk die Wahrsagerei zwar teilweise verboten wurde und die Verbote aufgrund der zeitgleichen Nutzung der Mantik von Kaisern und Königinnen als irrelevant gehalten wurden.

Bekannte Praktiken in der Renaissancezeit waren besonders das Kartenlegen, die Numerologie, das Handlesen oder das Bibelstechen. Auch die Traumdeutung spielte eine grosse Rolle. Im Laufe der Zeit und der Entwicklung zur Moderne zog die Wissenschaft jedoch langsam an der Mantik vorbei. Viele Menschen entwickelten Zweifel gegenüber der Wahrsagerei, was diese jedoch noch immer nicht von der gesellschaftlichen Mitte abhielt. Im 19. Jahrhundert wurden Praktiken wie die Kristallkugel, der Somnambulismus und der Spiritismus bekannt.

Im 20. Jahrhundert wurde das Wahrsagen der Parapsychologie zugeordnet, welche jedoch kein wirklicher Teil des wissenschaftlichen Zweiges war. Dennoch hielt die Begeisterung der Menschen an. Auch bekannte Persönlichkeiten wie Stalin oder Franklin D. Roosevelt zogen noch Wahrsager zurate. Im 21. Jahrhundert haben sich eine Menge Vorurteile dem Begriff Wahrsagerei zugeschrieben, welche im Laufe der Zeit entstanden sind. Dazu zählte vor allem die Kristallkugel auf Jahrmärkten, was viele Menschen unsicher machte. Da auch immer mehr unseriöse Praktiker in die Branche kamen, zog sich die Mantik langsam aus der grossen Masse zurück. In den letzten Jahren erlebt die Mantik jedoch wieder einen Aufschwung. Immer mehr neue Interessenten nehmen wieder Kontakt zu der uralten Thematik auf und sorgen so für die Fortsetzung einer langen Geschichte!


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